Wolle

 

Ein weiteres Produkt der Schafhaltung ist die Wolle. Viele Schafhalter messen ihr kaum noch Bedeutung bei, weil der Verkauf von Rohwolle kaum die Kosten für das Scheren eines Schafes deckt.

Man sollte sich jedoch ruhig einmal die vielen Vorzüge der Wolle vor Augen halten, die von den synthetischen Fasern noch nicht erreicht werden konnten.

bulletNaturbelassene (nur mit Regenwasser gewaschen) Schafwolle ist mit einer Schicht Wollfett überzogen, dem Lanolin. Das macht sie unempfindlich gegenüber Regen, der Schafwollpullover lässt kein Wasser durch.
bulletWolle besitzt einen eigenen Wasserhaushalt. Feuchtigkeit wie Schweiß nimmt der Wollpullover bis zu einem Drittel seines Eigengewichts auf, ohne sich feucht anzufühlen und gibt sie nach außen ab.
bulletZwischen den einzelnen Wollhaaren bestehen Lufträume, darauf beruht die große Wärmewirkung des Wollpullovers.
bulletDie Wollhaare eines Pullovers bewirken eine ständige durchblutungsfördernde Massage der Haut, allerdings ohne elektrische Spannungen wie dies bei synthetischen Fasern der Fall ist.
bulletWolle besitzt die Eigenschaft, Gerüche zu binden und zu neutralisieren.  An der frischen Luft regeneriert sich die Wolle wieder (der Uringeruch von wollenen Windelhöschen zum Beispiel verschwindet).
bulletDer Wolle wird nach alten Überlieferungen eine gewisse Heilkraft zugeschrieben bei:
bulletHexenschuss
bulletZerrungen und Verstauchungen
bulletOhren- und Halsschmerzen
bulletEntzündungen
bulletBlähungen
bulletNieren- und Blasenbeschwerden.

  Auf diese besondere Heilwirkung werde ich oft hingewiesen - besonders von älteren Leuten, die sich früher noch mehr mit Naturmitteln behandelt haben. Am besten sollte die Wolle unbehandelt, auch ungewaschen sein. Sie wird dann auf die schmerzende Stelle gelegt. Nach 2 Tagen wird sie erneuert. Der Grad der Verfilzung zeigt, wie viel Giftstoffe sie aufgenommen hat.

 

Literatur:

Annette Arnold, René Reibetanz: Alles für das Schaf, Handbuch für die artgerechte Haltung, pala-Verlag 1987

 

 

Pflanzengefärbte Wolle

Im Mittelalter wurden Stoffe und Garne fast nur mit Pflanzen gefärbt. Im Gegensatz zu uns heute wussten viel mehr Menschen damals um die Färbekraft und Heilkraft vieler Pflanzen. Sie glaubten auch an eine Zauberwirkung vieler Pflanzen. Pflanzen waren für sie keine Dinge, sondern durchaus etwas Lebendiges.

Einfärbungen mit pflanzlichen Farbstoffen sind viel freundlicher als die teilweise recht grellen Farben der modernen, künstlichen Farbstoffe. Außerdem kann man alle Farbtöne harmonisch miteinander kombinieren. Sie scheinen wie durch einen geheimen, einheitlichen Grundton miteinander verbunden.

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Die Verarbeitung der Wolle

Die Schafe werden im Mai bzw. Juni (je nach Wetterlage)  geschoren.

 

 

 

Die geschorenen Tiere sehen danach  auch für ihre Artgenossen und besonders auch für ihre Lämmer zunächst etwas fremd aus, da sich nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihr Geruch durch das fehlende Haarkleid verändert.

Die Wolle wird dann gewaschen, ich wasche sie nur mit Regenwasser, so dass ein großer Teil des natürlichen Wollfettes erhalten bleibt.

Nach dem Trocknen wird die Wolle gekämmt. Dies kann mit Handkarden  

 

oder mit einer Kardiermarschine geschehen.

Jetzt ist die Wolle fertig zum Spinnen:

Wer mag, kann das gesponnene Garn jetzt auch noch bunt einfärben (mit Pflanzen oder auch mit chemischen Farben). Beides geschieht in einem großen Einkochkessel durch etwa einstündiges Kochen.

 

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